Björn Koch als erster Deutscher Weltsportler des Jahres 2006 gekürzt
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Wer hart trainiert, hat beim Wettkampf mehr Erfolg

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Portrait Björn Koch
Damit hatte niemand gerechnet: Gleich am ersten Wettkampftag erzielte Björn Koch aus Bad Wildbad im Schwarzwald einen neuen Weltrekord. Bei der neunten Schwimm-Europameisterschaft für Gehörlose in Thessaloniki hechtete der 18-Jährige über 100 Meter Schmetterling in nur 0:57:56 Minuten zur Weltbestzeit. "Ich war total überrascht" beschreibt der Sieger sein Gefühl "vor allem, weil dies meine erste Europameisterschaft war, an der ich teilnahm."
Bevor der Schwerhörige ins Wasser steigt, gilt es jedoch einige Hürden zu überwinden. Die Startaufforderung erfolgt über Lichtsignale. Drei verschieden farbige Lampen dirigieren den Weg vom Startblock bis zum Sprung ins Wasser. Auch bei der Anmeldung muss, laut Angaben von Peter Thiele, Verbandsschwimmwart des Deutschen Gehörlosensportverbandes, die besondere Situation berücksichtigt werden. "Der Gehörlosensport", erklärt Thiele "war der erste organisierte Behindertensport. Neben den jährlichen Deutschen Gehörlosen-Meisterschaften finden alle vier Jahre die Europameisterschaften statt. Dieses Jahr haben im Juni sechs aktive deutsche Nationalschwimmer daran teilgenommen. Der herausragende Weltrekord von Björn Koch hat alle angespornt. Björn kann nicht nur gut schwimmen, er hat auch ein starkes Nervensystem." Für seine Siege trainiert der ehrgeizige Schwimmer täglich drei Stunden im Heidelberger Schwimmverein. In der Neckarstadt besucht Björn Koch ein Internat für Gehörlose. Daneben bleibt wenig Zeit für andere Dinge. Verabredungen trifft er per SMS oder email. Dank seiner blauen Hörgeräte und einem Rest Hörvermögen kann er mit guten Freunden sogar telefonieren. Hauptsächlich nutzt der junge Mann sein Handy allerdings als Wecker. Er legt es unters Kopfkissen und lässt sich davon wachrütteln.
Augewachsen ist der Schwerhörige ohne Gebärdensprache, seine Eltern unterhalten sich ganz normal mit ihm. Zuerst dachten die Ärzte, Björn sei taub. Aber als ein Therapeut mit dem knapp Dreijährigen zu arbeiten bagann, sprach das Kind wenige, anfangs undeutliche Worte. Um den Rest Hörvermögen zu fördern, rieten die Fachleute den Eltern von der Gebärdensprache ab.
Als Junge wollte Björn immer Fußballspielen, musste jedoch auf dem Bolzplatz herbe Enttäuschungen einstecken. Seine Großeltern brachten ihm das Schwimmen bei. Schon mit sechs Jahren entwickelte er sich zur begeisterten Wasserratte. "Wie eine Robbe glitt Björn durchs kühle Nass" erinnert sich seine Mutter Ute Koch. "Die anderen lobten seine Schnelligkeit. Das hat ihn ungemein angetrieben." Eisern begann der sportliche Junge zu trainieren. Die Tipps seiner Trainerin liest er ihr von den Lippen ab. Ab August wird der Champion in Essen auf einem speziellen Internat das Abitur anpacken. Später möchte er gerne Sport und Mathematik an einer Schule für Gehörlose unterrichten. Bis dahin wird der Rekordschwimmer sicher noch einige Medaillen erkämpfen.

DPA: Ute Bauermeister
08. August 2006
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Juniorsportler des Jahres
 
Auszeichnung für Björn Koch
Der 18-jährige Schwimmer Björn Koch wurde am Freitagabend in München von der Stiftung Deutsche Sporthilfe im Rahmen der Wahl des Juniorsportlers des Jahres mit dem Sonderpreis für den Gehörlosensport ausgezeichnet.
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Rosi Mittermaier-Neureuther, vergaben auf dem "Fest der Begegnung" die Sonderpreise für den Gehörlosensport und den Behindertensport, den der Rollstuhl-Mittelstreckler Alhassane Baldé entgegen nehmen konnte.
Björn Koch präsentierte sich während der zwei Tage in München als hervorragender Botschafter für den DGS. Mit seinem sympathischen, selbstbewussten Auftreten und seiner Dankesrede eroberte er die Herzen der über 500 Gäste im Sturm. Josef Scheitle, Vizepräsident für Leistungssport war sichtlich stolz auf den Vorzeigeathleten des DGS.
Als Dolmetscherin begleitete Sportdirektorin Sabine Grajewski Björn Koch, denn den normierten JuniorsportlerInnen wurde viel geboten. Ein gemeinsamer Bowlingabend zum Kennen lernen, eine Talkrunde in der Hypovereinsbank, der Besuch der VIP-Longe des Sponsors DPD in der Allianz Arena und eine Führung durch die Arena. Krönender Abschluss war dann die Ehrung beim Fest der Begegnung im Bayerischen Hof vor vielen Ehrengästen.
Mit seiner eindrucksvollen Medaillenjagd bei den Schwimm-Europameisterschaften im August dieses Jahres gehörte Koch zu den Leistungsträgern im Team von Bundestrainerin Garnet Charwat. In Weltrekordzeit hechtete der 18-jährige über 100m Schmetterling zur Goldmedaille. Europarekorde über 200m Schmetterling und 200m Lagen brachten zwei weitere EM-Titel ein; einmal Silber und zweimal Bronze machten die Medaillensammlung komplett. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, dahinter steckt viel Training und Disziplin. Björn Koch besucht derzeit das Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg in Essen und trainiert achtmal die Woche. Somit reagierte er auch ganz gelassen, als der mehrfache Schwimm-Weltmeister Christian Keller ihn ansprach und ihm seine Unterstützung in Essen zusagte.
Juniorsportlerin des Jahres wurde die 18-jährige Amelie Kober. Die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele in Turin 2006 wurde mit dem wichtigsten Nachwuchspreis im deutschen Sport ausgezeichnet. Die 15-köpfige Jury unter Vorsitz des DOSB-Präsidenten Dr. Thomas Bach kürte erstmals in der 29-jährigen Geschichte der Juniorsportler-Wahl eine Snowboarderin zur Preisträgerin. Mit 89 von 100 möglichen Punkten lag Kober deutlich vor der Biathletin Magdalena Neuner mit 77 Punkten sowie der Tischtennis-Hoffnung Patrick Baum mit 73 Punkten.
„Juniorsportler Mannschaft des Jahres“ 2006 wurden die Junioren-Weltmeisterinnen des Deutschen Ruderverbandes im Zweier ohne Steuerfrau, Kerstin Hartmann und Katrin Reinert.
Den „Preis für Toleranz und Fair Play“ des Bundesinnenministeriums erhielten der Rennrodler Georg Hackl und die Speerwerferin Steffi Nerius.


Deutscher Gehörlosen Sportverband
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Vorlauter Aufregung "ganz kalte Hände"

Björn Koch ist "Junior-Sportler 2006" / Auszeichnung aus der Hand von Bundesinnenminister Schäuble

Bad Wildbad (rz). Einmal ganz vorne im Rampenlicht und vor laufenden Fernsehkameras zu stehen ist der große Traum vieler Sportler - für den Bad Wildbader Björn Koch ging dieser schon im jugendlichen Alter von 18 Jahren in Erfüllung.


Und zwar bei dem von der "Stiftung Deutsche Sporthilfe" in München initiierten "Fest der Begegnung 2006" als "Junior Sportler des Jahres 2006" in Anwesenheit zahlreicher hochkarätiger Sport- und Polit-Prominenz aus Bund und Land und mit zahlreichen Sponsoren der Stiftung, vorwiegend aus der Wirtschaft.
Um die Qualifikationshürde zum "Junior Sportler des Jahres 2006" zu überspringen, bedarf es außergewöhnlicher sportlicher Leistungen. Solche auf Landes- und Bundesebene reichen dazu nicht aus. Gefragt sind vielmehr Spitzenleistungen bei Europa- und bei Weltmeisterschaften, und solche hatte Björn Koch bei den Schwimm-EM für Gehörlose im griechischen Thessaloniki mit einer ganzen Reihe von Bestleistungen erbracht. Aus dem großen Kreis von Spitzensportlern wurden von einer 15-köpfigen Jury unter Vorsitz von Dr. Thomas Bach als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds zehn besonders erfolgreiche Sportler aus allen sportlichen Bereichen gekürt. Dazuhin wurden zwei Sonderpreise für den Behindertensport bereitgestellt.
Davon je einer aus dem Bereich des Rollstuhlfahrer- und des Gehörlosensports, den der Gymnasiast Björn Koch betreibt.



Verbunden mit einem Ausbildungsstipendium in Höhe von 3000 Euro, das der junge Bad Wildbader mit seiner hochgradigen Schwerhörigkeit für seinen weiteren beruflichen Lebensweg sicher gut gebrauchen kann.
Für Björn Koch war die Auszeichnung ein Augenblick, den er in seinem Leben wohl nie vergessen wird. "Ich war aufgeregt und mein Kopf war leer", schilderte er den Moment, als er unter der Moderation von G. Rubenbauer vom bayerischen Fernsehen aus der Hand von Bundesinnenminister Dr. W. Schäuble und R. Mittermaier-Neureuther Urkunde und Pokal entgegennehmen durfte.



"Er hatte ganz kalte Hand", fügte Mutter Ute Koch im Gespräch mit dem Enztäler an. Sie begleitete zusammen mit ihrem Mann Burkhard Sohn Björn zu seinem großen Tag nach München und zeigte sich von der festlichen Veranstaltung im "Bayerischen Hof" sehr beeindruckt. Im Hause Koch fand sich Bürgmeister Klaus Mack ein, der Björn zu dieser hohen sportlichen Auszeichnung gratulierte, ihm ein Buchgeschenk überreichte und ihm weitere hochkarätige sportliche Erfolge wünschte.

Enztäler Zeitung, 11.11.06
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Björn Koch ist der WIDEX Sportler des Jahres 2006
Der erfolgreichste Sportler des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes im Jahr 2006 ist unumstritten der Top-Schwimmer Björn Koch. Nach dem großen Erfolg bei den Europameisterschaften in Thessaloniki/GRE und der Auszeichnung als Juniorsportler des Jahres der Stiftung Deutsche Sporthilfe, erreichte uns heute die großartige Nachricht, dass Björn vom Wahlkomitee des ICSD zum 2006 WIDEX Sportler des Jahres gewählt wurde. Damit erhält er die verdiente Anerkennung für die herausragendste sportliche Leistung, die ein gehörloser Sportler im Jahr 2006 international erzielt hat. Damit ist zum ersten Mal ein Deutscher Welt-Gehörlosensportler des Jahres geworden.
Der DGS ist außerordentlich stolz, einen so erfolgreichen jungen Athleten in seinen Reihen zu haben und gratuliert ihm ganz herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung.
Die WIDEX Sportlerin des Jahres 2006 wurde die schwedische Schwimmerin Anna Polivanchuk. Die deutsche Badminton-Spielerin Saskia Fischer, die bei den Europameisterschaften in Baden/AUT in diesem Jahr sehr erfolgreich war, erreichte den vierten Platz.

*WIDEX:
Firma, die weltweit digitale Hörhilfen herstellt.

DGSV: Katja Kluttig

Deutscher Gehörlosen Sportverband

Deaflympics

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Björn Koch im TV

Am 18.12.2006 bekam der Deutsche Gehörlosen-Sportverband zum ersten Mal die Möglichkeit zu einem Liveauftritt in einer Fernsehsendung. Gerd Rubenbauer - Moderator der Sendung Blickpunkt Sport - hatte Björn Koch bei der Juniorsportler Ehrung der Stiftung Deutsche Sporthilfe kennen gelernt und ihn spontan gemeinsam mit der Sportdirektorin Sabine Grajewski eingeladen.
Zu dieser Jahresabschlusssendung werden immer die erfolgreichsten bayerischen Sportler eingeladen und dazu zählte in diesem Jahr zum ersten Mal eine gehörloser Sportler. Im Studio standen den gehörlosen Zuschauern zwei Dolmetscher zur Verfügung, die die komplette Sendung simultan übersetzten. Leider war es dem BR nicht möglich, die Dolmetscher einzublenden oder die Sendung zu untertiteln. Herr Rubenbauer warb hier um Verständnis in der Gehörlosenwelt und hofft, dass der DGS trotzdem die wertvollen Sendeminuten zu schätzen weiß.
Wenn dieser erste Fernsehauftritt auch kurz war, ist er in jedem Fall ein erster Schritt in eine breitere Öffentlichkeit.

Quelle: Sabine Grajewski

Deutscher Gehörlosen Sportverband




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