Björn Koch als erster Deutscher Weltsportler des Jahres 2006 gekürzt
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Wer hart trainiert, hat beim Wettkampf mehr Erfolg

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Am 11.01 1988 wurde ich in Wolfenbüttel (Niedersachsen) geboren. Erst zweieinhalb Jahre nach meiner Geburt wurde trotz aller Untersuchungen festgestellt dass ich nicht hören konnte. Nach meiner ersten Hörgeräteversorgung erlernte ich trotz meines großen Hörverlustes ganz langsam die Lautsprache.

Mit drei Jahren besuchte ich den Kindergarten für Hörgeschädigte im LBZ in Braunschweig. Um auch bei den Kindern im Wohnort Hornburg mit integriert zu werden begann ich mit ca. 4 Jahren an Fußball zu spielen. Da ich aber leider die Kommandos auf dem Spielfeld nicht hören konnte, wurde ich bei den Turnieren nur auf die Ersatzbank gesetzt. Das war für mich sehr enttäuschend.

Im Sommer ging ich morgens mit meinen Großeltern ins Freibad. Einen Schwimmkurs habe ich nie besucht. Mit einem Schwimmreif um den Bauch plantschte ich im Wasser neben Oma und Opa. Ich beobachtete beide beim Schwimmen. Eines Tages wollte ich aus eigener Initiative auf den Reifen verzichten, und schwamm meine erste Runde im tiefen Becken (Ohne meine Großeltern hätte ich wahrscheinlich nie schwimmen gelernt.).

Der Schwimmmeister vom Bad meinte nach einiger Zeit, ob meine Eltern mich nicht in einem Schwimmverein anmelden  wollten, da ich so ein „gutes Wassergefühl“ hätte.

Mit ca. 7 Jahren wurde ich beim MTV Wolfenbüttel angemeldet.

Nach ein paar Monaten Training ( 2 mal wöchentlich) hatte ich meinen ersten erfolgreichen Wettkampf. Ich bekam endlich auch mal bei den hörenden Kindern etwas Anerkennung. Der Knoten war für mich endgültig geplatzt als ich bei einem Wettkampf mehrere Medaillen holte und mir ein Konkurrent anerkennend auf die Schulter klopfte mit den Worten: „Mensch Björn das hast du gut gemacht“.

Von da an Wollte Ich immer ganz vorne sein und das Siegertreppchen erreichen!  

Als meine Familie 1988 von Hornburg nach Bad Wildbad im Schwarzwald zog, wechselte ich den Verein. Jetzt schwamm ich für den TSV Wildbad. Mein neuer Trainer Gerhard Arndt war super. Er brachte mich immer weiter nach oben. Im Jahr 2002 erreichte ich bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften den 6.Platz über 200m Schmetterling. Mein Ehrgeiz machte sich immer mehr durch Erfolg bezahlt.

Im Jahr 2003 machte ich den Hauptschulabschluss in Karlsruhe, an der Erich Kästner Schule. Dort hatte ich eine schöne, gute Zeit.

Ich wollte mit der Schule weitermachen! Somit musste ich ins Internat nach Neckargemünd, um dort die Wirtschaftsrealschule für hörgeschädigte zu besuchen.

Das bedeutete auch einen Wechsel Vom TSV Wildbad zum SV NIKAR Heidelberg.

Im ersten Jahr betreute mich Heike Kahn.

Sie brachte mich weiter nach oben. Ich habe drei mal das deutsche Jahrgangsfinale verpasst, konnte aber dafür in der offenen Klasse den badischen  Meistertitel holen. Viele andere Titel folgten.

In dem 2. Jahr in Heidelberg stieg ich in die höhere Trainingsgruppe, zu Uta Brandl auf. Ich steigerte mich immer Mehr und wurde immer stärker.

Jetzt schwamm ich bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften, und mit meinen anderen Schwimmkameraden erreichten wir bei den DMS die 1. Bundesliga.

Im Jahr 2004 auf einem Wettkampf versuchte Nicky Lange, auch ein hörgeschädigter Junge, mit mir Kontakt aufzunehmen. Nach einigem hin und her nahmen wir über das Internet Kontakt auf. Er sagte zu mir, dass es auch im gehörlosen Sport Schwimmwettkämpfe gibt gibt. Als ich das zum ersten Mal gehört habe, war ich erstaunt, und wollte auf jeden Fall auch an diesen Wettkämpfen teilnehmen.

Ich machte mich auf die Suche nach einem Gehörlosen-Verein, der für mich von der Entfernung her in Frage kam. Dann bekam ich ein interessantes Angebot vom GSC Fürth, und nahm das sofort an. Daraufhin wurde ich  auch sofort von Peter Thiel und Garnet Chawart zum Lehrgang der National Mannschaft nach Rabenberg im Erzgebirge eingeladen. Ich fuhr mit Nicky Lange dort hin. Die Anderen waren erstaunt, und freuten sich, dass der Nicky einen guten Fang für den Gehörlosen Sport gemacht hat. Ich bin Nicky heute immer noch dankbar, dass der mich zum Deutschen Gehörlosen Sport gebracht hat.

Das Jahr 2006 war ein sehr hartes Jahr für mich! Denn da war die Abschlussprüfung zur mittleren Reife, die Deutschen Gehörlosen Meisterschaften in Dresden und die Europameisterschaften in Thessaloniki.

Zuerst schwamm ich bei den deutschen Meisterschaften, wobei ich bei jedem Start den Titel für mich holen konnte. Die anderen Schwimmer vom Gehörlosen Sport waren erstaunt über den neuen Schwimmer in ihrer Mitte.

Vor der EM in Griechenland musste ich noch die 4 schriftlichen Prüfungen für meinen Realschulabschluss schreiben (Deutsch, Mathe, Englisch und Volksbetriebswirtschaftsschaftlehre). Nach den Prüfungen dürfe ich mit der Erlaubnis des Rektors Herrn Erbe nach Thessaloniki fliegen und dort an den Europameisterschaften teilnehmen. Das war meine erster für mich ganz wichtige Meisterschaft in meinem Leben. Ich holte mir dort 3 EM-Titel, dazu 1 Weltrekord und 2 Europarekorde, sowie auch viele Deutsche Rekorde. Mit dem Erfolg im Gepäck flogen wir wieder nach Hause zurück, denn ich musste meine Prüfungen noch beenden, die ich schließlich auch Bestand, trotz der ganzen anstrengenden Zeit die hinter mir lag.

Ich wollte immer noch weiter machen mit der Schule, ab in Richtung ABITUR. Das ist mein nächstes Ziel. Dafür musste ich nach Essen zum nächsten Schulinternat. Ich schwamm für Heidelberg weiter und trainierte mit der SG Essen (1. Mannschaft), bei Karl-Ernst Kalle.

Aufgrund meines Erfolges in Griechenland  wurde ich zum Junior Sportler des Jahres 2006 gewählt. Ich habe mich riesig über die Einladung der Deutschen Sporthilfe gefreut und fuhr nach München zu der Feierlichkeit im Bayerischen Hof. Vorher machten wir Sportler noch einen Abstecher ins Allianz Stadion. Das Wochenende war suuuper!

Zum Jahresabschluss bekam ich (bis jetzt) die schönste Nachricht in meinem Leben.

Ich wurde als erster deutscher im Gehörlosen Sportverband zum Weltsportler des Jahres 2007 gewählt. Ich bekam eine Einladung nach Salt Lake City in den USA wo ich geehrt wurde. Es waren 5 wunderschöne Tage dort.

Wieder zurück in Deutschland wollte ich  meine Schwimmsituation neu ordnen, denn ich war mit den Gegebenheiten nicht einverstanden und konnte mich somit auch nicht auf das Schwimmen konzentrieren. Ich hatte doch die Weltmeisterschaften in Taiwan vor Augen, für die ich optimal trainieren musste. Dank Christian Keller, der  mich beraten hat wo ich weiter trainieren konnte, wechselte ich den Trainingsstandort. Ich ging zum SV BAYER Uerdingen 08. Machte den ersten Probe Tag bei Robert Chonoskiw und Gisela Niechicial (Gilla) und sie nahmen mich am nächsten Tag auf. Ich war froh, denn ich konnte endlich mit einem guten Gefühl meinen Schwimm Sport weiter machen.

Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Dortmund machte ich auch mit, das war das letzte Mal im mein Alter. In Zukunft gibt es dann nur noch die offene Klasse.

Ich wurde dort 3mal Final Teilnehmer über 100m; 200m Schmetterling und 200m Lagen.

Bei diesem Wettkampf erreichte ich auch zum ersten Mal den 3. Platz bei den „Hörenden“ Wettkämpfen der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften.

Die Weltmeisterschaften in Taipeh/Taiwan kamen immer näher!  Im Sommer des Jahres 2009 werden dort auch die Deaflympics sein.

Meine Trainingsmühen hatten sich gelohnt und ich holte 4 Gold, 2 Silber und 3 Bronze Medaillen. Nach allen neun Starts konnte ich auf das Siegertreppchen. Dazu kam 1 Europarekord und 3mal Deutscher Rekord. Ich war enttäuscht, da ich über 100m Schmetterling meinen Weltrekord verpasst hatte.

Ich mache mit dem Wettkämpfen weiter, aber auf der Kurzbahnstrecke.

Durch mein unermüdliches, hartes Training habe ich bei den 1. Deutschen Gehörlosen Sprintmeisterschaften teilgenommen. Ich fand das war mein schönster Wettkampf im Gehörlosen Sport. Dort habe ich 2mal den Weltrekord aufgestellt auf der 25m Bahn. 1 Woche vorher habe ich im Essener Hauptbad auch Rekorde aufgestellt! Darunter 4mal einen Weltrekord und 3 Europarekorde. Es war die Deutsche Kurzbahnmeisterschaft in Essen. Ich schwamm dort 200m Schmetterling mit meiner geilsten Zeit 2:03,99 min.!!!!

Bei dem letzten Wettkampf 2007 auf der langen Bahn in Dortmund habe ich meinen Weltrekord über 100m Schmetterling verbessert auf 0:57,15 min.

Nun haben wir das Jahr 2008 und ich will mal sehen wie es weiter läuft?!

Denn ich bereite mich auf die Deaflympics 2009 vor!

Hoffentlich habe ich weiterhin einen so guten Lauf!

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

 




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